Der Weiterbewilligungsantrag (WBA) ist der Folgeantrag für Leistungen vom Jobcenter – seit 1. Juli 2026 heißt das Bürgergeld Grundsicherungsgeld. Der Bewilligungszeitraum beträgt in der Regel 12 Monate; das Ende steht im aktuellen Bescheid. Stelle den Antrag am besten 2–4 Wochen vor Ablauf. Das Jobcenter ist nicht verpflichtet, dich zu erinnern.
Wozu dient der Weiterbewilligungsantrag?
Leistungen nach dem SGB II werden für einen Bewilligungszeitraum bewilligt – regulär 12 Monate, bei vorläufiger Entscheidung oder unangemessenen Unterkunftskosten in der Regel 6 Monate. Danach laufen sie nicht automatisch weiter. Für den neuen Zeitraum brauchst du einen Weiterbewilligungsantrag.
Seit 1. Juli 2026 heißt die Leistung Grundsicherungsgeld. Ältere Formulare und Schreiben können noch „Bürgergeld“ nennen – gemeint ist dieselbe Leistung beim selben Jobcenter. Neue Regeln (z. B. zur Vermögensprüfung) greifen vor allem beim nächsten Folgeantrag.
Wann solltest du den Antrag stellen?
- Das Ende des Bewilligungszeitraums steht in deinem aktuellen Bescheid.
- Empfehlung: 2–4 Wochen vor Ablauf stellen. Eine gesetzliche Frist gibt es nicht.
- Viele Jobcenter schicken 6–8 Wochen vorher ein Formular – verlassen solltest du dich darauf nicht.
So stellst du den Antrag
- Online über jobcenter.digital (nicht alle Jobcenter sind angeschlossen). Bestätigung speichern.
- Per Post mit Kopien der Unterlagen – möglichst mit Nachweis (z. B. Einschreiben).
- Persönlich mit Termin und Eingangsbestätigung.
Der Antrag ist formlos möglich, z. B.: „Hiermit beantrage ich die Weiterbewilligung der Leistungen.“ Unterlagen können nachgereicht werden.
Welche Unterlagen brauchst du?
Wichtig sind vor allem Änderungen seit dem letzten Bescheid. Welche Nachweise verlangt werden, steht im Anschreiben des Jobcenters. Häufig:
- Einkommensnachweise aller Personen in der Bedarfsgemeinschaft
- Kontoauszüge
- Änderungen bei Miete, Heizung, Nebenkosten; Nebenkostenabrechnung
- Angaben zum Vermögen
- Änderungen im Haushalt (Geburt, Umzug, Trennung, Schulbescheinigung, Aufenthaltstitel)
- Nachweise für Mehrbedarfe
Was passiert bei Verspätung?
Der Antrag wirkt auf den Ersten des Monats zurück, in dem er gestellt wird. Leistungen gehen nur für volle Kalendermonate ohne Antrag verloren. Die Auszahlung kann sich verzögern, und die an die Leistung gekoppelte Krankenversicherung kann betroffen sein.
Wer angeforderte Unterlagen trotz schriftlicher Belehrung nicht einreicht, riskiert die Versagung der Leistung. Werden die Unterlagen nachgereicht, kann nachgezahlt werden.
Häufige Fragen
Muss das Jobcenter mich an den Weiterbewilligungsantrag erinnern?
Heißt das Bürgergeld jetzt Grundsicherungsgeld?
Was passiert, wenn ich den Weiterbewilligungsantrag zu spät stelle?
Kann ich den Weiterbewilligungsantrag online stellen?
Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Sozialberatung. Maßgeblich ist immer der Text deines Briefes und die darin genannte Frist. Im Zweifel hilft eine Beratungsstelle (z. B. Migrationsberatung, Verbraucherzentrale, Sozialberatung).